Der Posaunenchor Kirchbauna besuchte vom 7. bis 9. Oktober 2011 Annaberg im Erzgebirge. Die Idee zu dieser Fahrt hatte Dr. Reinhard Köhler, der während eines Aufenthaltes in Annaberg Kontakte zum dortigen Posaunenchor geknüpft hatte. Mit 16 aktiven Posaunenchormitgliedern und zahlreichen Freunden unseres Chores machten wir uns auf dem Weg ins Erzgebirge. In Chemnitz gerieten wir in einen Stau, der uns eine gute Stunde Fahrtzeit gekostet hat. Daher musste die für den späten Nachmittag geplante Stadtführung zu einer Kirchenführung in der Sankt Annenkirche reduziert werden, da am gleichen Abend noch eine gemeinsame Probe mit dem Posaunenchor aus Annaberg auf dem Programm stand.

Die rund 60 m lange und 40 m breite Sankt Annenkirche ist das Wahrzeichen von Annaberg. Sie wurde in relativ kurzer Bauzeit von 1499 bis 1525 errichtet. Sehenswert ist das Schlingrippengewölbe der Kirche ebenso wie der Bergaltar und die Reliefs mit den 10 Lebensaltern der Frauen und Männer. Das Bild der Kanzel vermittelt einen Eindruck von der farbenfrohen Innenausstattung der Kirche.

Begeistert hat uns natürlich auch der erste Eindruck von der Akustik, der die Vorfreude auf die Probe und den Gottesdienst am Sonntag noch steigerte. Nach dem Abendessen im Hotel fand dann auch die Probe zusammen mit dem Posaunenchor Annaberg in der Kirche statt. Mit etwas Verspätung, die uns die Annaberger aber nicht krumm genommen haben, übten wir die Lieder und Vortragsstücke für den Gottesdienst. Musikalisch haben wir uns recht schnell zusammengefunden. Beide Chöre mussten sich auf einen fremden Dirigenten einstellen, was aber recht schnell klappte. Etwas überrascht waren die Annaberger zunächst, als Achim Hartung vorschlug, den zweiten Vers des Liedes „Ohrenblick mal“ zu singen statt zu blasen. Aber auch das klang hinterher ganz ordentlich.

Nach der Probe folgte die obligatorische „kritische Nachbesprechung“ der Übungsstunde im „Kartoffelkeller“, einem Restaurant unseres Hotels. Eine gelungene Probe und ein vorzügliches Schwarzbier sorgten dann dafür, dass man sich auch schnell auf der zwischenmenschlichen Ebene näher kam.

Am Samstag fuhren wir dann nach Freiberg. Hier teilte sich die Gruppe. Einige besuchten die Mineraliensammlung, andere nahmen an einer Stadtführung teilt und der Rest besichtigte in zünftiger Bergmannskluft das Besucherbergwerk „Schacht Reiche Zeche“, in dem Silbererz abgebaut wurde und das heute als Lehr- und Forschungsbergwerk der Bergakademie Freiberg in Betrieb ist.

Auf dem Rückweg besuchten wir noch die Burg Scharfenstein, wo wir von einem echten Volkshelden empfangen wurden. Karl Stülpner, der „Robin Hood“ des Erzgebirges, führte uns durch die Burg und unterhielt uns mit einigen Anekdötchen aus seinem Leben. Die Burg bot viele Alternativen: Man konnte ein Spielzeugmuseum besichtigen, beim Klöppeln zuschauen, Likör kosten oder es sich in der Gaststätte bei einem Münchener Augustiner-Bier (!) gut gehen lassen.

Der Abend stand im Zeichen der Gemeinsamkeit: Zusammen den Annaberger Bläserinnen und Bläsern und deren Angehörigen verbrachten wir einen gemütlichen Abend im Hotel. Das Duo „Die Gassenhauer“ unterhielt uns mit Musik und Geschichten über das Erzgebirge. Wie uns die anwesenden Annaberger versicherten, waren manche dieser Geschichten doch arg weit hergeholt und sicher speziell für gutgläubige Touristen bearbeitet. Da der Vortrag insgesamt aber sehr unterhaltsam war und auch die Musik beim Publikum gut ankam, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Das auch die Nordhessen in Sachen Humor etwas drauf haben, stellte Hans Hartung unter Beweis. Mit einem gut 10minütigen Vortrag aus dem Stegreif strapazierte er alle Lachmuskeln.

Für uns Bläserinnen und Bläser aus Kirchbauna ungewohnt früh trafen wir uns dann am Sonntag um 8.30 Uhr in der Kirche zum Einblasen; der Gottesdienst, der von Pfarrer Loderstädt aus Annaberg und Pfarrerin Lutropp-Engelhardt aus Kirchbauna gemeinsam geleitet wurde, begann um 9.00 Uhr. Es stand einiges auf dem Programm: Eine Taufe, Taufgedächtnis, Vorstellung der neuen Konfirmanden und natürlich auch die Musik der beiden Posaunenchöre. Neben den Chorälen wurden gemeinsam die Stücke „Highland Cathedral“; „Preludio“ und „Land of Hope and Glory“ vorgetragen. Jeder Chor stellte sich auch allein mit einem Stück vor: Der Annaberger Posaunenchor spielte den Spiritual „Swing low, sweet chariot“, der Chor aus Kirchbauna war mit der „Zeichen-Fantasie“ zu hören.

Zum Taufgedächtnis hatte sich Pfarrer Loderstädt aus Annaberg etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder sollte eine Fliese mit seinem Taufspruch mitbringen. Diese Fliesen sollten aneinander gelegt vom Altar ausgehend einen Weg durch die Kirche bilden. Es kamen genügend Fliesen zusammen, der Weg reichte bis zum Ausgang. Da wir vorher über diese Aktion informiert waren, steuerten auch wir Nordhessen jeder eine Fliese mit einem Spruch bei.

Nach dem Gottesdienst wurden wir noch zu Kaffee und Kuchen in das Gemeindehaus eingeladen. Anschließend bestiegen wir unseren Bus, um uns auf den Heimweg zu machen. In Schneeberg hielten wir für ein Mittagessen an und besichtigten dort auch die St.-Wolfgang Kirche mit dem Altar von Lucas Cranach dem Älteren.

Danach ging es „schnurstracks“ nach Hause. Alle waren sich einig: Die Fahrt war ein Erlebnis; nicht zuletzt dank des großen Engagements und der tollen Organisation von Pfarrerin Corinna Luttrop-Engelhardt und Dr. Reinhard Köhler und natürlich auch dem gewohnt reichhaltigen Catering von Gerda Hartung. Unsere neuen Freunde in Annaberg haben wir wissen lassen, dass wir uns über einen Gegenbesuch sehr freuen würden!

 

Fahrt nach Annaberg