Der Chor

Wir stellen uns vor:

Der Posaunenchor Kirchbauna hat zu Zeit 22 aktive Bläserinnen und Bläser, darunter 2 Jungbläser.

Unsere musikalische Bandbreite ist vielfältig: Wir haben an einem Choral von Johann Sebastian Bach ebenso viel Freude wie an einem swingenden Instrumentalstück von Traugott Fünfgeld. Ob es nun ein Allegro aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel ist oder „I will follow him“ aus dem Film „Sister act“: Gerade die musikalische Vielfalt der verfügbaren Notenliteratur ist es , die uns reizt und anspornt, aus jedem Gottesdienst, bei dem wir mitwirken, aus jedem Konzert, aus jedem Auftritt auf dem Kirchbaunaer Dorfplatz oder an anderen Orten es Besonderes zu machen.

Neben den Blechblasinstrumenten setzen wir dort, wo es möglich und der Musik nicht abträglich ist, auch Schlagzeug oder Kesselpauken ein.

Die Übungsstunden finden in der Regel im Gemeindehaus von Kirchbauna, im Paul-Schneider-Haus am Freitagabend statt. Der Jungbläserchor trifft sich um 19.15 Uhr, die Älteren beginnen um 20.00 Uhr mit der Probe. Wir freuen uns über jede neue Bläserin, jeden neuen Bläser, der unseren Chor verstärken möchte.

Unsere regelmäßigen Aktivitäten:

– Rundgang durch Kirchbauna am Ostersonntag mit österlichen Chorälen

– Gottesdienst zu Konfirmationen (Silberne, Goldene, etc.)

– Konzertgottesdienst Kantate

– Konzertgottesdienst „Komm, sing mit“

– Gottesdienste mit anschließendem Platzkonzert zum Backhausfest und Dorfplatzfest in Kirchbauna

– Erntedankgottesdienst

– Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag und Totensonntag in Kirchbauna und Hertingshausen

– Musikalische Begleitung bei Beerdigungen

– Mondscheinspielen in Altenritte

– Advend-End in Kirchbauna

– Gottesdienst zum Heiligabend

– Geburtstags- und Hochzeitsständchen

 

Aber auch ohne große Töne finden wir uns zusammen: Eine gemeinsame Skifreizeit, eine Fahrradtour am 1. Mai und das beliebte „Gänseessen“ im November gehören in jedem Jahr dazu.

 

Aus unserer Geschichte:

Posaunenchorgründung

Am 7. Januar 1952 trafen sich im Konfirmandensälchen neben dem alten Pfarrhaus in Kirchbauna Gemeindemitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Kirchbauna. Sie wollten einen Posaunenchor gründen. Drei Monate zuvor am 11. Oktober 1951 hatte der Kirchenvorstand auf die Initiative von Pfarrer Riemer grünes Licht fur dieses Unternehmen gegeben.

Viele der Gründungsmitglieder hatten bis dahin nie zuvor ein Instrument gespielt. Die wenigsten besaßen musikalisches Vorwissen. Instrumente gab es noch keine. Notenhefte- und Bücher waren nicht vorhanden.

In den folgenden Wochen traf man sich abends einmal in der Woche. Das Notenlesen musste geübt werden, eine Schultafel wurde von der Kirchbaunaer Schule zur Verfügung gestellt. Inzwischen hatte man auch Instrumente beschafft: ausgeliehen von Nachbarchören (Großenritte … ) oder gekauft mit Hilfe großzügiger Spender. Pfarrer Riemer stellte seine drei Flügelhörner zur Verfügung, „Besthenner“ (Heinrich Werner) und Hans Siebert besaßen schon eigene Trompeten. Die Familie Adam Funke uberließ eine Trompete dem Posaunenchor. Theorie und Praxis wurde unter der Anleitung von Pfarrer Riemer vermittelt.

Keine zwei Monate später konnte der Posaunenchor erstmals öffentlich auftreten. Schon vierstimmig besetzt (Sopran, Alt, Bass und Tenor) führte man an verschiedenen Stellen Kirchbaunas zwei Choräle auf („Ringe recht, wenn Gottes Gnade“ und „Gott ist die Liebe“).

 

Das erste Bild des Posaunenchores, datiert auf den 20. April 1952.

Wilhelm Riemer

Ohne Wilhelm Riemer gäbe es den Posaunenchor Kirchbauna nicht. Die Gründung des Posaunenchores ist seiner Initiative zu verdanken. Bevor er als Pfarrer nach Kirchbauna kam, hatte er schon zuvor in Martinhagen einen Posaunenchor gegründet. Wilhelm Riemer, geboren am 16.11.1907 in Kassel, war Pfarrer in Kirchbauna vom 10.5.1951 bis zu seiner Pensionierung am 30.11.1972.

Alle möglichen Funktionen und Aufgaben wurden von ihm im Chor mit Liebe ausgefüllt und wahrgenommen: Bläser, Notenwart, Dirigent und Chorleiter in einer Person.

Es wird berichtet, dass er in nächtelanger Arbeit ganze Notensätze im Siebdruckverfahren angefertigt habe. Gewissenhaft und umsichtig führte er den Posaunenchor mehr als 20 Jahre, akribisch genau bereitete er den Chor auf „Einsätze“ vor.

Lange Zeit war er Vorsitzender des kurhessischen Posaunenwerkes und er gehörte über viele Jahre dem Posaunenrat an.

Musikalische und gesellschaftliche Entwicklungen

Heute nehmen die Bläserinnen und Bläser des Kirchbaunaer Posaunenchores in einem Jahr an mehr als 70 Veranstaltungen des Chores teil. Darunter fallen Übungsstunden, die musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Festen sowie die Teilnahme und die Gestaltung gesellschaftlicher („weltlicher“) Veranstaltungen. Dass der evangelische Posaunenchor Kirchbauna in den merh als 60 Jahren seines Bestehens eine solche Entwicklung hat nehmen können, konnten die Gründer hoffen, erwartet hatten dies die wenigsten.

In den ersten Jahren nach der Gründung des Posaunenchores unter der Leitung von Pfarrer Riemer widmete sich der Chor im Wesentlichen den Hauptaufgaben eines Posaunenchores, „zu Ehren Gottes zu musizieren und Gottesdienste und Kirchenfeste musikalisch zu begleiten.“ Kirchliche und geistliche Musik, insbesondere das Spielen von Chorälen, standen im Mittelpunkt der musikalischen Arbeit. Jedes Jahr von 1952 an wird der Gottesdienst in Kirchbauna beispielsweise zu Weihnachten oder zum Erntedankfest und anderen Anlässen musikalisch mitgestaltet.

Am Ostersonntag 1952 trafen sich die Posaunenchorbläser erstmalig morgens um 6.00 Uhr. Sie zogen durch Kirchbauna und spielten an verschiedenen Stellen des Ortes Osterlieder. Bis heute wurde an jedem Osterfest diese Tradition fortgesetzt, bei jedem Wetter, egal ob es regnete, hagelte oder schneite … , nur der Spielbeginn wurde nach „hinten“ verschoben.

Im April 1952 wirkten Bläser des Chores erstmals musikalisch an einem Trauergottesdienst mit. Auch heute noch wird auf Wunsch der Angehörigen auf Beerdigungen gespielt.

 40 Jahre Posaunenchor im Jahr 1992

Wenige Jahre nach Gründung des Chores war der Posaunenchor in der Lage, ein Konzert zu geben. Gemeinsam mit dem Posaunenchor Großenritte und den Kirchenchören von Elgershausen und Altenbauna trat man in der Großenritter Kulturhalle auf. Die Zusammenarbeit mit anderen Musikgruppen und Chören wurde seitdem fortgesetzt. Die gemeinsamen Auftritte mit dem Gesang- und Kulturverein Kirchbauna begannen 1974 und haben bis heute Bestand.

Nachdem Pfarrer Riemer Ende 1972 in den Ruhestand ging, übernahm Willi Kümmel – wie so oft in den folgenden Jahren bis ein neuer Chorleiter gefunden werden konnte – die Leitung des Chores.

Mit Manfred Deuble konnte 1974 ein neuer Chorleiter gewonnen werden. Der Posaunenchor erweiterte sein musikalisches Repertoire, öffnete sich der weltlichen und volkstümlichen Musik. Fortan lernte der Chor neben Chorälen, kirchlicher und geistlicher Musik auch Märsche, Walzer, Polkas und Popsongs zu intonieren. Das hatte eine Zunahme der Auftritte zur Folge und damit einhergehend auch eine stärkere Präsentation des Posaunenchores in der Öffentlichkeit. In jener Zeit wurde musikalisch eng mit dem Posaunenchor Großenritte zusammengearbeitet. Gemeinsam traten beide Chöre z. B. bei Volksfesten auf und nahmen zwei Stücke zusammen auf einer Schallplatte auf.

Außer Willi Kümmel haben seit 1978 Christian Primus, Bruno Tempcke und Bertolt Althoff den Posaunenchor geleitet.

1989 nahm der Posaunenchor am Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin (West) teil. 100.000 Menschen besuchten den Abschlussgottesdienst im Berliner Olympiastadion, darunter 20.000 Bläserinnen und Bläser. Beim Landesposaunenfest 1992 in Baunatal (Rundsporthalle) ist der Posaunenchor Kirchbauna auch vertreten.

 50 Jahre Posaunenchor im Jahr 2002

1991 übernimmt Achim Hartung die Leitung des Posaunenchores, der schon als 10-jähriger seine Bläsertätigkeit in Kirchbauna begonnen hatte.

Ortwin Boenke aus Altenritte, bereits als Organist in Kirchbauna tätig, konnte 1992 als zusätzlicher Leiter des Posaunenchores gewonnen werden. Damit wurde der Posaunenchor zeitweilig von zwei Chorleitern geführt. Seit 2003 übt Achim Hartung das Amt des Chorleiters wieder allein aus.

Neben den vielen Übungsstunden, den kirchlichen und gesellschaftlichen Anlassen, bei denen der Posaunenchor Kirchbauna in den vergangenen 50 Jahren spielte, ist die Geselligkeit und Gemütlichkeit nicht zu kurz gekommen. Schon 1953 machte der Posaunenchor einen Busausflug an den Edersee. Bus- und Ausflugsfahrten wurden auch später noch unternommen. Eine Abenteuerfahrt nach Helgoland, bei Windstärke acht!!! Oder zu Musicals nach Hamburg, Essen, … In den ersten Jahren wurden Gemeindeabende mit und durch den Posaunenchor veranstaltet. Dabei wurden Theaterstücke aufgeführt. Bei einem jener Abende, anlässlich des 5-jährigen Posaunenchorjubiläums 1957, wurde das Kirchbaunaer Heimatlied „Wo vom Berg die Kirche grüßet“ (nach der Melodie „Wenn die bunten Fahnen wehen“) uraufgeführt.

Das Miteinander im Chor wurde und wird auch gefördert durch „sportive“ Veranstaltungen: Zweimal im Jahr finden unter der Führung von Erich Heider Wanderungen in der näheren Umgebung statt. Am Maifeiertag wird seit 1998 regelmäßig eine Fahrradtour unternommen. Anschließend lassen die Mitglieder und Freunde des Chores den Abend im Garten eines Bläsers „ausklingen“. Sogar Skifreizeiten werden durchgeführt.

Seit 1993 findet der konzertante Adventsgottesdienst „Komm, sing mit“ statt. In den folgenden Jahren wirkten abwechselnd der Musikzug KSV Baunatal und der Gesang- und Kulturverein Kirchbauna mit. Über 11.000,00 Euro (Stand: 2012) wurden seitdem in den Gottesdiensten zugunsten wohltätiger Zwecke gespendet. Auch das Mondscheinspielen des Musikzuges KSV Baunatal in Altenritte seit der Gründung im Jahr 2000, und Advent-End der Vereinsgemeinschaft Kirchbauna, (seit 2009), werden von dem Posaunenchor musikalisch begleitet. Um das musikalische Klangbild zu erweitern, wurden in den letzten Jahren ein Schlagzeug, zwei Pauken und Bongos gekauft.

1962 hatte der Chor schon einmal 25 aktive Mitglieder, das Durchschnittsalter lag damals, 10 Jahre nach der Gründung, bei 20 Jahren! In fünf Jahrzehnten seines Bestehens hat der Chor sich immer sehr bemüht, Bläsernachwuchs zu gewinnen und zu fördern. Heute bietet der Posaunenchor in Kirchbauna Kindern die Möglichkeit, Blockflöte zu lernen. Der Kirchenvorstand hat den Posaunenchor in all den Jahren immer unterstützt (Ankauf von Instrumenten und Noten). Auf diese Art und Weise konnte der Fortbestand des Chores gesichert werden. Kinder und Jugendliche lernen beim gemeinsamen Musizieren für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, sie „tanken“ Selbstbewusstsein. Es werden Kontakte zur Musik und Freundschaften über die Musik hinaus geknüpft. Diese Bande sind so stark, dass Bläserinnen und Bläser, die inzwischen nicht mehr in Kirchbauna wohnen, immer noch im Chor spielen. Auch „Fremde“ fühlen sich im hiesigen Chor zu Hause. Derzeit spielen 12 Bläserinnen und Bläser im Chor, die nicht oder nicht mehr in Kirchbauna wohnen. Die Anziehungskräfte des Chores auf die Bläserinnen und Bläser sind nach fünf Jahrzehnten nicht geringer geworden. Im Gegenteil: Achim Hartung steht für eine stete musikalische Weiterentwicklung des Chores, der Posaunenchor bietet auf hohem Niveau mit mehr als 70 Veranstaltungen im Jahr jedem etwas, ohne jedoch das Hauptaugenmerk der Posaunenchorarbeit „Lasst uns den Herrn loben mit Posaunen“ aus dem Auge zu verlieren. Bis in Jubiläumsjahr 2012 hinein haben noch zwei Gründungsmitglieder (Heinz Käse und Walter Ludwig) im Chor mitgespielt. Beim Festgottesdienst zum Jubiläum des Chores erhielten die beiden auch die blaue Bläsernadel für ihre 60jährige aktive Mitgliedschaft; eine ganz selten vergebene Auszeichnung im Posaunenwerk.

60 Jahre Posaunenchor im Jahr 2012

Gegenwärtig (2018) gehören dem Posaunenchor Kirchbauna 19 Bläserinnen und Bläser an (bei der Gründung gab es nur Bläser). Der Chor ist eine gelungene Mischung aus Jung und Alt. Und nicht nur bezogen auf das Durchschnittsalter kann behauptet werden: ein junger Chor.